Schon seit frühesten Zeiten hat der Mensch immer Löcher in Holz und anderen Materialien benötigt. Obwohl es wie eine einfache Aufgabe erscheinen mag, war sie in der Geschichte oft mit Mühe und Einfallsreichtum verbunden.
Löcher zu machen erfordert nämlich ein spezielles Werkzeug: den Bohrer.
Was ist ein Handbohrer?
Buschbohrer – oder traditionell auf Deutsch Handbohrer – ist ein einfaches, aber kraftvolles Werkzeug, um Löcher in Holz zu bohren.
In dieser Version ist das Werkzeug auch mit einem Dübelmeißel ausgestattet, auf den wir später noch zurückkommen.
Die Entwicklung des Bohrers
Die ersten Bohrer waren eigentlich nur eine Weiterentwicklung der Ahle. Später, als der Mensch begann, mit Eisen zu arbeiten, wurden neue Bohrertypen entwickelt – unter anderem der Schaufelbohrer.
Mit diesen konnte man größere Löcher in Holz bohren und effizienter arbeiten.
Später kam die Schneckenbohrerspitze, die es ermöglichte, präzisere und gleichmäßigere Löcher zu bohren. Ein wichtiges Detail dieser Entwicklung war die kleine Bohrerspitze an der äußersten Spitze.
Diese kleine Bohrerspitze hat mehrere Funktionen:
Sie hilft, den Bohrer zu zentrieren
Sie steuert die Richtung des Bohrens
Sie zieht den Bohrer ins Holz
Deshalb ist es auch wichtig, diesen Teil des Bohrers zu schützen. Wenn die Spitze deines Buschbohrers beschädigt wird, funktioniert der Bohrer nicht optimal.
Ein guter Tipp ist, eine Korken oder einen kleinen Holzklotz auf die Spitze zu setzen, wenn er nicht benutzt wird. Viele verwenden auch oder fertigen eine Lederhülle, die das Werkzeug schützt.
Der Vorteil eines Buschbohrers
Der Buschbohrer unterscheidet sich von traditionellen Handbohrern dadurch, dass er in einer kompakten Reisefassung gefertigt ist.
Die alten Handbohrer waren oft lang und schwer zu transportieren, aber die Bushcraft-Version ist kurz und leicht im Rucksack mitzunehmen.
Das kurze Design bedeutet jedoch auch, dass es einige Einschränkungen gibt. Wenn man durch sehr dicke Werkstücke bohren will, kann der Bohrer einfach nicht ganz durchdringen.
Dafür sind die Möglichkeiten vielfältig.
Mit einem Buschbohrer kann man unter anderem Folgendes machen:
Regale
Kleine Möbel
Ständer
Hocker und Stühle
Arbeitstische
Haken und Aufhängungen
In der Praxis sind es fast nur die Fantasie, die Grenzen setzt.
So benutzt du einen Buschbohrer
Das Clevere am Buschbohrer ist, dass du keinen festen Griff brauchst.
Du musst nur einen Stab oder Ast finden, der in das Loch des Bohrers passt.
Es ist von Vorteil, wenn der Stab einigermaßen fest sitzt – so vermeidest du, dass er herausfällt.
Eine Länge von 20–30 cm funktioniert typischerweise gut.
Wenn du beginnst, mit dem Buschbohrer zu bohren:
Starte langsam
Drehe den Bohrer ruhig herum
Übe einen moderaten Druck nach unten aus
Achte darauf, den Bohrer gerade zu halten – besonders am Anfang
Während der Arbeit kann es passieren, dass der Griff deinem vorherigen Werk im Weg ist. In solchen Fällen kannst du einfach einen kürzeren Stab als Griff verwenden.
Wenn sich der Buschbohrer festsetzt
Der Bohrer arbeitet am besten in frischem Holz.
Wenn du bemerkst, dass der Bohrer nicht weiter ins Holz eindringt, kannst du versuchen, ihn ein wenig rückwärts zu drehen. Das hilft, die Späne aus dem Loch zu bekommen.
Manchmal kann es auch notwendig sein:
den Bohrer ganz herausziehen
das Loch von Spänen befreien
und dann mit dem Bohren fortfahren
Buschbohrer mit eingebautem Dübeleisen
Am gegenüberliegenden Ende des Bohrers – dort, wo der Griff eingesetzt wird – befindet sich eine schräge und leicht scharfe Öffnung.
Das ist das Dübeleisen.
Dieser Teil des Werkzeugs wird verwendet, um Holzdübel herzustellen.
Ein Dübel ist im Prinzip nur ein Rundholzstück, das für Verbindungen im Holz verwendet wird. Wenn du an alte Fachwerkhäuser denkst, sind die Holzstäbe, die die Verbindungen zusammenhalten, eigentlich nur große Dübel.
So stellst du Dübel her
Das Dübeleisen wird verwendet, indem man es entlang der Holzfasern auf einen Stab oder ein Stück Holz schlägt.
Wenn das Holz durch das Eisen gedrückt wird, formt es sich zu einem runden Dübel.
Nicht alle Holzarten eignen sich gleichermaßen dafür. Die besten Holzarten für Dübel sind typischerweise solche, die:
splittert oder spaltet leicht
hat lange Fasern
und sollte idealerweise relativ hart sein
Es erzeugt stärkere Dübel mit besserer Bruchfestigkeit.
Buschbohrer – ein einfaches Werkzeug mit vielen Möglichkeiten
Ein Buschbohrer ist eines der Werkzeuge, das die Möglichkeiten im Bushcraft wirklich erweitert.
Mit nur wenigen Werkzeugen kannst du anfangen zu bauen:
Möbel
Gestelle
Lagerausrüstung
oder andere praktische Konstruktionen in der Natur.
Und genau deshalb ist der Spiralbohrer zu einem festen Werkzeug im Rucksack vieler Bushcrafter geworden.
Welches Holz eignet sich am besten zum Bohren mit dem Bush Auger?
Wenn du ein Bush Auger benutzt, wirst du schnell feststellen, dass sich verschiedene Holzarten unterschiedlich verhalten. Generell arbeitet ein Bush Auger am besten in frischem oder leicht feuchtem Holz, da die Fasern noch flexibel sind.
Holzarten wie Birke, Fichte und Kiefer sind oft leicht zu bearbeiten und kommen an vielen Stellen in der deutschen Natur vor. Sie sind relativ weich und bieten daher weniger Widerstand beim Bohren.
Härtere Holzarten wie Eiche oder Buche können ebenfalls verwendet werden, erfordern aber oft etwas mehr Kraft und Geduld. Dafür ergeben sie sehr starke Verbindungen, was von Vorteil sein kann, wenn du Möbel oder Konstruktionen baust, die lange halten sollen.
Wenn du unsicher bist, kannst du das Holz immer testen, indem du ein kleines Probeloch bohrst. So bekommst du schnell ein Gefühl dafür, wie hart das Holz mit deinem Bush Auger zu bearbeiten ist.
Pflege deines Bush Auger Spiralbohrers
Ein gutes Bush Auger kann viele Jahre halten, wenn du gut darauf achtest.
Nach dem Gebrauch ist es ratsam, den Bohrer abzuwischen, besonders wenn er in feuchtem Holz verwendet wurde. Feuchtigkeit und Holzsaft können mit der Zeit Rost verursachen oder den Bohrer weniger effektiv machen.
Wenn der Bohrer stumpf wird, kann er in manchen Fällen vorsichtig geschliffen werden, aber achte darauf, die Form der Bohrerspitze nicht zu verändern. Gerade dieser Teil ist entscheidend dafür, dass sich der Bohrer selbst ins Holz zieht.
Viele Bushcrafter bewahren ihren Spiralbohrer in einer Lederhülle oder einem kleinen Werkzeugbeutel auf, damit die Spitze beim Transport nicht beschädigt wird.
Ein Bush Auger ist ein einfaches, aber unglaublich vielseitiges Werkzeug. Damit kannst du schnell Löcher in Holz bohren und stabile Verbindungen herstellen, die es ermöglichen, alles von kleinen Gestellen bis zu Hockern und anderen praktischen Lösungen im Lager zu bauen.
Mit ein wenig Übung wird es schnell zu einem Werkzeug, das viele Möglichkeiten in der Natur eröffnet – und das leicht einen festen Platz im Rucksack auf deiner nächsten Tour finden kann.

